Pressemitteilung: Frankenbadfreunde begrüßen vorgeschlagenes Nutzungsspektrum von Sport bis Kultur, haben aber erhebliche Bedenken gegen Reduzierung der Bürgerbeteiligung

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V. begrüßen im Grundsatz die Vorlage der Verwaltung zu den beauftragten Leitplanken als möglichen Rahmen für die Durchführung eines Werkstattverfahrens im Vorlauf zur Erarbeitung eines Nachnutzungskonzepts. Die Vorlage zeigt auf, dass das Baudenkmal Frankenbad für öffentliche Nutzungen erhalten bleiben kann, auch wenn es die ursprüngliche Funktion als Schwimmbad verlieren sollte.

Das vorgeschlagene Nutzungsspektrum von Sport bis Kultur mit zusätzlichen Räumen für Begegnung wird grundsätzlich befürwortet. Die Frankenbadfreunde sind davon überzeugt, dass diese Nutzungen am ehesten mit den Aussagen des denkmalpflegerischen Bindungsplans in Einklang stünden. So kann trotz der Aufgabe der Schwimmnutzung eine positive Entwicklung des Macke-Viertels und der Altstadt vorangetrieben werden. Auch wenn in der Vorlage noch viele Fragen offen bleiben (Konkretisierung der Nutzungen, Verteilung im Gebäude, Betreiber/Finanzierung), entspricht der Vorschlag weitestgehend den Ergebnissen der von den Frankenbadfreunden im März 2017 veranstalteten Ideenbörse, an der sich ca. 50 Personen beteiligt hatten.

Im Nutzungsspektrum Sport setzen sich die Frankenbadfreunde weiterhin dafür ein, dass das Lehrschwimmbecken erhalten bleibt. Wir erwarten, dass die Verwaltung entsprechend dem von einer breiten politischen Mehrheit erteilten Auftrag eine erste Einschätzung zur Realisierbarkeit in der Bezirksvertretung Bonn am 15.05.2018 abgeben wird.

Im Nutzungsspektrum Kultur regen die Frankenbadfreunde an, neben den Kultureinrichtungen vom August-Macke-Platz auch die Möglichkeit der Unterbringung des Deutschen Museums im weiteren Planungsverfahren zu prüfen. Die Verlagerung des Deutschen Museums in das Frankenbad würde die Bildungslandschaft im Bonner Norden deutlich stärken und insbesondere Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Quartieren den Zugang zur technischen und naturwissenschaftlichen Bildung deutlich erleichtern. Als Bindeglied zwischen dem neuen Publikumsmagneten August-Macke-Haus und dem Frauenmuseum würde das Deutsche Museum am Standort Frankenbad darüber hinaus wesentlich zur Stärkung des Macke-Viertels als zweiter „kleiner“ Museumsmeile beitragen.

Die Frankenbadfreunde setzen sich weiterhin für ein transparentes Planungs-verfahren mit intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit ein. Gegen die von der Verwaltung zusammen mit den Leitplanken in die Beratungen eingebrachte deutliche Reduzierung der Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger bestehen jedoch erhebliche Bedenken. Die Rechtfertigung der Verwaltung, es handele sich dabei um die Umsetzung eines politischen Auftrags, kann anhand des Wortlauts des Jamaika-Änderungsantrags nicht nachvollzogen werden.

Bürgerantrag: Bekräftigung der bisherigen Beschlüsse zur Bürgerbeteiligung für die Nachnutzung des Baudenkmals Frankenbad, Einbeziehung des Deutschen Museums in die Erarbeitung des Nachnutzungskonzepts und die Machbarkeitsstudie

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V. beantragen:

1. Der Beirat für Bürgerbeteiligung bekräftigt seinen Beschluss vom 17.11.2017 (1713166EB3) und die Zielsetzung, in den gesamten Planungsprozess sowohl für die Nachnutzung des denkmalgeschützten Frankenbades als auch des Platzes die interessierte Bürgerschaft möglichst frühzeitig einzubinden. Die Verwaltung wird gebeten, die Ergebnisse der mit Beschluss vom 17.11.2017 erteilten Arbeitsaufträge unter Einbeziehung „der Leitplanken für die Nachnutzung des Frankenbades“ dem Beirat zur Beratung für die nächste Sitzung vorzulegen. Dabei unterbreitet die Verwaltung einen Vorschlag, wie in dem Bürgerbeteiligungsverfahren die interessierte Öffentlichkeit bereits bei der Erarbeitung eines Nutzungskonzepts für das Frankenbad und der Machbarkeitsstudie eingebunden werden kann.

Der Bürgerantrag wird zusammen mit der Beschlussvorlage 1713166NV9 beraten.

2. In die Erarbeitung des Nachnutzungskonzepts und die Machbarkeitsstudie wird die Prüfung der Unterbringung des Deutschen Museums im Frankenbad mit einbezogen.

Die Beurteilungsmatrix für die Folgenutzungen wird um die Kriterien erweitert:

  • Ausbau der Bildungslandschaft im benachteiligten Bonner Norden,
  • Etablierung und Ausbau des Macke-Viertels zur zweiten „kleinen Museumsmeile“ entsprechend den Zielen des in einem breiten Dialogprozess erarbeiteten Kulturkonzepts.

Begründung:
zu 1:
Frankenbad und Platz bilden den zentralen Begegnungsort mit hoher Identifikationskraft für die Bewohner der gesamten Nordstadt. Die Beschränkung der Bürgerbeteiligung beim Bäderkonzept auf den organisierten Sport hat nach Wahrnehmung des Vereins zu einer Emotionalisierung der Diskussion und Polarisierung in der Bürgerschaft mit beigetragen. In einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung sieht der Verein die Chance, die Diskussion um die Nachnutzung des Frankenbades zu versachlichen und die Akzeptanz einer Nachnutzung als Ersatz für die entfallende Schwimmnutzung erheblich zu erhöhen.

Mit der Festlegung des Nutzungskonzepts und der Machbarkeitsstudie werden die entscheidenden Weichen für die Nachnutzung des Frankenbads gestellt. Der Verein bittet deshalb, die interessierte Bürgerschaft bereits bei diesen, den weiteren Planungsprozess entscheidend prägenden Planungsschritten angemessen zu beteiligen.

Mit der aktuellen Vorlage schlägt die Verwaltung vor (trotz der Aufnahme in die Vorhabenliste), die Bürgerbeteiligung wesentlich einzuschränken. Auf eine frühzeitige Bürgerbeteiligung bei der Festlegung des Nutzungskonzepts für die Folgenutzung soll verzichtet werden. Die Bürgerbeteiligung soll erst nach Fertigstellung der Machbarkeitsstudie mit dem „besonderen Fokus auf die Nutzung des Frankenbadvorplatzes unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Gesichtspunkte“ erfolgen. Ferner schlägt die Verwaltung vor, „dass die Beteiligungsformate sich überwiegend auf die Gestaltung des Frankenbadvorplatzes beziehen werden.“

Die Frankenbadfreunde begrüßen ausdrücklich die beauftragte Festlegung von Leitplanken für die Folgenutzungsplanung. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des neuen Schwimmbads soll eine umsetzungsfähige Hochbauplanung vorliegen, die die Aussagen des denkmalpflegerischen Bindungsplanes berücksichtigt. Dies dürfte auf Nutzungen im Bereich Sport und Kultur am ehesten zutreffen. Es kann jedoch nicht nachvollzogen werden, warum die Festlegung von Leitplanken eine Einschränkung der Bürgerbeteiligung zwingend zur Folge haben muss. Eine frühzeitige Bürger-beteiligung bei Nutzungskonzept / Machbarkeitsstudie trägt nach Einschätzung des Vereins auch wesentlich zur Befriedung der unterschiedlichen Interessenlagen bei.

Aufgrund der Dringlichkeitsvorlage war eine fristgerechte Einreichung des Bürgerantrags leider nicht möglich.

zu 2:
Laut Berichterstattung des General-Anzeigers beabsichtigt das Deutsche Museum seinen Standort zu verlagern. Mit dem Umbau des Baudenkmals Frankenbad zum Deutschen Museum würde ein herausragender Beitrag zur Verwirklichung der Ziele des Kulturkonzepts geleistet, das Macke-Viertel als „zweite kleine Museumsmeile“ weiter zu etablieren und auszubauen. Das Deutsche Museum als Technik-Museum für Jung und Alt könnte das zentrale Bindeglied zwischen dem neuen Publikumsmagneten August-Macke-Haus und dem Frauenmuseum bilden. Die Umwandlung des Frankenbades in ein attraktives neues Technikmuseum könnte im Kontext mit den bestehenden Kultureinrichtungen im Macke-Viertel zu einem Leuchtturmprojekt werden, das weit über die Stadtgrenzen ausstrahlt.

Ein Technik-Museum mit seinen Exponaten ist in besonderer Weise geeignet, die Anforderungen des denkmalpflegerischen Bindungsplanes zu erfüllen. Die Bädertechnik könnte (wie im Bindungsplan gefordert) in die Ausstellung gut integriert werden. Die Besuchertribüne könnte in ihrer Funktion im Rahmen von unterschiedlichen Bildungsveranstaltungen und Events erhalten bleiben. Eine inhaltliche Verknüpfung zwischen dem Technik-Museum und den benachbarten Ausstellungsorten für bildende Kunst könnte durch Kunstobjekte im öffentlichen Raum erfolgen, die naturwissenschaftliche Phänomene http://www.technorama.ch/ausstellung/park/ thematisieren.

Die Verlagerung des Deutschen Museums würde die Bildungslandschaft im gesamten Bonner Norden deutlich aufwerten, Kooperationen mit den vorhandenen Schulen und den Zugang zur Bildung auch für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Quartieren im Bonner Norden deutlich erleichtern.

Der Standort ist aufgrund seiner Nähe zum Verteilerkreis hervorragend an das überörtliche Straßennetz angebunden. Bushaltestellen in direkter Nachbarschaft sind vorhanden. Die Stadtbahnhaltestellen Bonn-West und Stadthaus liegen in geringer Entfernung.

Das Deutsche Museum wird wie die Kultureinrichtungen am August-Macke-Platz durch die Stadt gefördert. Laut Ausführungen der Verwaltung wäre gemäß Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008 „die Umnutzung dem Grunde nach förderfähig, sofern es sich um öffentlichen Zwecken dienende bauliche Anlagen und Einrichtungen handelt, die die soziale, kulturelle oder verwaltungsmäßige Betreuung der Bewohner des Gebiets gewährleistet.“

Die genannten Argumente rechtfertigen die Aufnahme des Deutschen Museums als kulturelle Einrichtung in die Untersuchungen zum Nutzungskonzept und in die Machbarkeitsstudie.

Dem Verein ist zu Ohren gekommen, dass es Überlegungen geben soll, ggf. das Deutsche Museum als Neubau neben dem Museum König zu errichten. Der dortige Neubau wäre nur mit erheblichen Eingriffen und einer teilweisen Zerstörung der unter Denkmalschutz stehenden Parkanlage des Museums König umsetzbar. Mit Widerständen aus der Bevölkerung wäre erfahrungsgemäß zu rechnen.

Die Verlagerung des Deutschen Museums in das Frankenbad würde nicht nur zur dauerhaften Erhaltung des Baudenkmals Frankenbad, sondern auch zur Vermeidung der Beeinträchtigung und teilweisen Zerstörung des Baudenkmals Museum König mit Parkanlage entscheidend beitragen.

Teilerfolge beim Bürgerantrag Folgenutzung Frankenbad

Wir freuen uns sehr über unseren Teilerfolg in der Bezirksvertretung Bonn am 10.04.2018. Mit großer Mehrheit (bei Enthaltung von die Linke und Piraten) hat die BV Bonn auf Antrag von Herrn Lohmeyer, die Grünen, die Verwaltung beauftragt zur nächsten Sitzung konkrete Zahlen für die Dachsanierung und eine Einschätzung zur technischen Umsetzbarkeit der Erhaltung des Lehrschwimmbeckens vorzulegen.

http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/17/1711429EB9.pdf

Die Frankenbadfreunde danken der Initiative „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ für ihre Unterstützung unseres Antrags zur Dachsanierung.

Denkmalpflegerischer Rahmenplan für die Sanierung des Frankenbades liegt vor

Mit großer Mehrheit hat der Unterausschuss für Denkmalschutz gegen die Stimmen von SPD und Linke den denkmalpflegerischen Rahmenplan zustimmend zur Kenntnis genommen.

Auf Anregung des Vereins hatte die Bezirksvertretung Bonn die Verwaltung mit der Erstellung des denkmalpflegerischen Bindungsplans beauftragt.

Wir, die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V., freuen uns sehr, dass unserem Anliegen entsprochen wurde und diese wichtige Grundlage für den Bürgerbeteiligungsprozess und die Sanierungsplanung nun vorliegt.

Die Bezirksvertretung Bonn wird sich voraussichtlich am 10. April 2018 mit den Fragestellungen aus unseren Bürgeranträgen befassen:

  • frühzeitige, breite Bürgerbeteiligung bei der Planung der Folgenutzung für das Frankenbad,
  • dringende Dachsanierung
  • Wiedereröffnung der Milchbar im Foyer,
  • Prüfauftrag, ob das Lehrschwimmbecken erhalten werden kann.

Infos über die weitere Entwicklung folgen. Bis dahin wünschen wir schöne Ostertage und viel Spaß bei der Ostereiersuche!

 

Bürgerausschuss beschließt Aufnahme in die Vorhabenliste Bürgerbeteiligung mit qualifiziertem Bürgerbeteiligungsverfahren für Folgenutzung Frankenbad und Chancengleichheit bei der Mitwirkung

Endlich ist es so weit. Wir freuen uns sehr, dass der Bürgerausschuss in seiner letzten Sitzung am 17.01.2018 unserem Bürgerantrag stattgegeben und die Aufnahme in die Vorhabenliste als qualifiziertes Beteiligungsverfahren mit intensiver Bürgerbeteiligung beschlossen hat.

Das Beteiligungskonzept ist so auszugestalten, dass auch schwer erreichbare Zielgruppen einbezogen werden. Damit ist auch unserem Anliegen auf Chancengleichheit im Bürgerbeteiligungsverfahren entsprochen worden.

Der Beschluss des Bürgerausschusses wurde mit den Stimmen von CDU, Grüne und FDP, bei 2 Gegenstimmen aus der SPD und 6 Enthaltungen(BBB, Sozialliberale, Linke und restliche SPD) getroffen.

Hier der Beschluss im Bonner Rats- und Informations-System [Bo-RIS]:

Frühzeitiges Einmischen, um mitgestalten zu können, lohnt sich!

Die Erhaltung des zentralen Begegnungsortes für die gesamte Altstadt und das Macke-Viertel ist uns wichtig.

Wir freuen uns auf weitere Mitglieder, die Spaß an der gemeinsamen Mitgestaltung einer auch in Zukunft öffentlichen Nutzung von Frankenbad und Platz durch alle haben.

Den Aufnahmeantrag gibt es hier zum Download>>

SPD nun doch gegen Bürgerbeteiligung bei Folgenutzung?

Offener Brief an die SPD-Ratsfraktion  (versendet am 4.12.2017)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Verwunderung haben wir den in nur wenigen Tagen vollzogenen Richtungswechsel der SPD-Ratsfraktion von Unterstützung zur Ablehnung der Bürgerbeteiligung bei der Findung einer Folgenutzung zur Kenntnis genommen.

Wir hatten uns sehr darüber gefreut, dass die SPD-Ratsfraktion unser Anliegen der Chancengleichheit für alle Bewohner bei der geplanten Bürgerbeteiligung unterstützt und den Änderungsantrag DS 1713166AA2 gestellt hatte: „Das Beteiligungskonzept muss Ansätze zur Einbeziehung schwer erreichbarer Bevölkerungsgruppen enthalten.“ Im Beirat für Bürgerbeteiligung hatten die Vertreterinnen der SPD-Fraktion sinngemäß erklärt, die SPD sei immer für ein Nein zur Aufgabe der Schwimmnutzung im Frankenbad gewesen, die Bürgerbeteiligung sei aber ein anderes Thema und deshalb würde die SPD unser Anliegen aufgreifen und unterstützen. Wie der Eilmeldung zum Planungsausschuss am 22.11.2017 zu entnehmen ist, hat die selbe SPD im Planungsausschuss gegen die Vorlage der Verwaltung Masterplanprojekt Frankenbad, Auswahl eines externen Büros zur Durchführung eines Werkstattverfahrens DS 17113166 gestimmt. Damit hat die SPD auch gegen ihren eigenen nur wenige Tage alten o.g. Änderungsantrag gestimmt. Dies irritiert sehr.

Als engagierte Bürger fühlen wir uns durch ein derartiges Vorgehen nicht ernst genommen. Wir fragen uns, ob die unerwartete Verweigerung der Bürgerbeteiligung dem Umstand geschuldet ist, dass die Initiativen „Kurfürstenbad bleibt“ und „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ ein Bürgerbegehren gegen das neue Schwimmbad angekündigt haben. Gabi Mayer hat mit ihrem Post vom 1.12.2017 um 05:46 ihre Unterstützung des Bürgerbegehrens bereits angekündigt, wie der Facebook-Seite der Initiative Frankenbad bleibt Schwimmbad zu entnehmen ist.

Viele unserer Vereinsmitglieder haben sich über Jahre für den Erhalt des Frankenbads als Schwimmbad engagiert. Aufgrund gesammelter Erfahrungen, der Finanzlage der Stadt und des baulichen Zustands des Gebäudes halten wir den Erhalt des Frankenbads als Schwimmbad leider nicht mehr für realistisch. Deshalb setzen wir uns nun für ein Folgenutzungskonzept ein, an dem alle interessierten Bevölkerungsgruppen mitwirken können.

Zu unseren bitteren Erfahrungen zählt leider auch das in Vergangenheit fehlende Engagement der SPD für den Erhalt des Baudenkmals Frankenbad als Schwimmbad insbesondere in dem Zeitfenster, als der Erhalt noch zum Greifen nahe war (Ratsbeschluss von CDU und Grüne in der letzten Ratsperiode, das Frankenbad als erstes Hallenbad zu sanieren).  Bei der Feier zum 50. Geburtstag des Frankenbads hatte SPD-OB Jürgen Nimptsch uns noch Glauben gemacht, bald mit uns die Einweihung des sanierten Frankenbads zu feiern. Erst über die Stellungnahme zum Bürgerantrag auf Umsetzung des schwarz-grünen Ratsbeschlusses hatten wir erfahren, dass der SPD-OB längst die Umsetzung des Ratsbeschlusses verwaltungsintern gestoppt hatte, weil er aus finanziellen Gründen den Bau eines Kombi-Bades in der Beueler Rheinaue präferieren würde. Auch das Interesse der SSF, den Betrieb des Frankenbads zu übernehmen, wurde von der SPD geführten Verwaltung in Richtung Beuel zur Beueler Bütt gelenkt. Statt den Bürgerantrag auf denkmalgerechte Sanierung des Hallenbads zu unterstützen, hat die SPD im Unterschied zur die Linke gemeinsam mit den anderen Ratsfraktionen die Beratung so lange mit vertagt, bis der Grundsatzbeschluss zum Bäderkonzept und damit die Aufgabe der Schwimmnutzung im Frankenbad nach Fertigstellung des neuen Schwimmbads gefasst war.

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V. sehen deshalb die SPD als mitverantwortlich für die jetzige äußerst unbefriedigende Situation an. Wir fragen uns, welche Position die SPD-Ratsfraktion beim Thema Erhalt des Baudenkmals Frankenbad in Zukunft einnehmen will.

Der Verein würde es sehr begrüßen, wenn Sie unsere nachfolgenden Fragen zeitnah beantworten würden, um die entstandenen Irritationen auszuräumen.

Hat die SPD im Planungsausschuss gegen die Vorlage zur Bürgerbeteiligung für die Folgenutzung und damit gegen den eigenen Änderungsantrag gestimmt, weil vor wenigen Tagen nun auch öffentlich ein Bürgerbegehren gegen das neue Schwimmbad angekündigt wurde?

Verweigert die SPD deshalb dem Verein eine weitere Unterstützung unseres Anliegens auf frühzeitige Bürgerbeteiligung mit Chancengleichheit bei der Erarbeitung eines Folgenutzungskonzepts?

Ist die SPD nur dann für Bürgerbeteiligung, wenn die eine Bürgerbeteiligung fordernden Vereine, Initiativen etc. dieselben Ziele wie die SPD verfolgen?

Sieht die SPD in unserem Einsatz für den Erhalt des Baudenkmals mit Folgenutzungen und den Erhalt von Frankenbad und Platz als Begegnungsort einen wesentlichen Beitrag zur Befriedung der nahezu gleich starken Gruppen der Befürworter und Gegner des neuen Schwimmbads in der Stadtgesellschaft?

Ist die SPD für diesen aus unserer Sicht gesellschaftlich notwendigen Kitt oder möchten Sie die Polarisierung der Stadtgesellschaft weiter befördern?

Will die SPD verhindern, dass zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Stilllegung der Schwimmnutzung im Frankenbad ein von der breiten Öffentlichkeit getragenes Folgenutzungskonzept vorliegt, das direkt in die Umsetzung gehen könnte?

Will die SPD, dass sich das Desaster des Viktoriabads/Viktoriaviertels mit jahrelangem der Bausubstanz schädlichem Leerstand im Herzen der Nordstadt wiederholt?

Will die SPD einen Stillstand in der Bäderfrage und damit einhergehend einen weiteren Verfall des maroden Frankenbades billigend in Kauf nehmen, sollte das angekündigte Bürgerbegehren zugunsten der Initiativen ausgehen?

Ist die SPD nur dann für den Erhalt des Baudenkmals Frankenbad und des für die Bonner Nordstadt so wichtigen Begegnungsortes, wenn auch die Schwimmnutzung erhalten bleibt?

Ist die SPD letztendlich gegen eine öffentliche Folgenutzung im Frankenbad und für eine Vermarktung des Grundstücks, sofern die Erhaltung der Schwimmnutzung wie derzeit im Rat keine Mehrheit findet?

Mit großer Sorge sehen wir der Zukunft des Baudenkmals Frankenbad entgegen.

Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand stehen im Haushalt für die Sanierung des Frankenbades als Schwimmbad die erforderlichen Gelder nicht zur Verfügung. Auch gibt es keine Mehrheit im Rat für die Sanierung des Frankenbads als Schwimmbad. Vielmehr ist angekündigt worden, dass ein neues Bäderkonzept erarbeitet werden müsste, sofern das neue Schwimmbad nicht realisiert würde.

Wir hätten uns eine breite politische Mehrheit im Rat für ein Folgenutzungskonzept gewünscht, das mit einem breiten Bürgerbeteiligungskonzept der Befriedung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen dienlich sein könnte. Umso mehr sind wir von der seitens Ihrer Fraktion zurückgenommenen Unterstützung enttäuscht.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Baumann, Hildegard Kinzel, Melanie Kirk-Mechtel, Jost Vantroyen

Vorstand der Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V.
Förderverein zum Erhalt von Frankenbad und Platz

Den Brief als PDF herunterladen>>

Frühzeitige Bürgerbeteiligung für Zukunft des Frankenbades

Seit längerem zeichnete sich leider das Ende der Schwimmnutzung im Frankenbad ab.  Umso mehr freut es uns, dass es für das Baudenkmal Frankenbad eine neue Zukunft geben wird, bei deren Planung die Bürger bereits frühzeitig eingebunden werden.

Auch der Bürgerausschuss unterstützt mit großer Mehrheit unser Anliegen.
Durch den Auftrag des Bürgerausschusses wird die Bürgerbeteiligung früher beginnen und zielgerichteter ausgestaltet werden können.

Wir freuen uns sehr und danken herzlich!

Das Ergebnis der Beratung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda in der Sitzung am 17.11.2017 ist im folgenden PDF Masterplan Projekt Frankenbad – Auswahl eines externen Büros zur
Durchführung eines Werkstattverfahrens im Vorlauf zur Erarbeitung
eines Nachnutzungskonzeptes nachzulesen:

https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/O/Pdf/17/1713166EB5.pdf

Hier die Empfehlung des Beirates für Bürgerbeteiligung:

https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/O/Pdf/17/1713166EB3.pdf

Frankenbadfreunde begrüßen Vorlage für das Werkstattverfahren

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e. V. – Förderverein  zum Erhalt von Frankenbad und Platz begrüßen die Vorlage der Verwaltung für das Werkstattverfahren als ersten Baustein zur Findung von Folgenutzungen für das Frankenbad.

Die Frankenbadfreunde freuen sich, dass mit der Vorlage der erste konkrete Schritt im Planungsprozess für eine Folgenutzung eingeleitet wird. Damit wird dem in mehreren Bürgeranträgen formulierten Anliegen des Vereins entsprochen. Der Rat wird in derselben Sitzung über den Neubau und die Einleitung des Planungsprozesses für Folgenutzungen im Baudenkmal Frankenbad entscheiden.

Nach Einschätzung des Vereins war schon seit längerer Zeit absehbar, dass die Schwimmnutzung im Frankenbad in Folge eines Neubaus in Wasserland aufgegeben wird. Die Frankenbadfreunde hoffen, dass das Werkstattverfahren als erster Baustein im Planungsprozess zügig durchgeführt werden kann, damit zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Neubaus und der Aufgabe der Schwimmnutzung im Frankenbad eine umsetzungsreife Planung vorliegt, die direkt in die Realisierung gehen kann.

Frankenbad und Platz sind der wichtigste Begegnungsort für alle Bewohner der Altstadt. Als gemeinnützig arbeitender Verein setzen sich die Frankenbadfreunde für Chancengleichheit im Beteiligungsprozess ein. Wir möchten, dass auch weniger artikulationsstarke Bewohnergruppen durch geeignete Formate Gelegenheit zur Mitwirkung erhalten. Da die Verwaltung eine finanzielle Unterstützung des Vereins bei entsprechenden Aktivitäten mit dem Argument abgelehnt hatte, Bürgerbeteiligung sei eine Pflichtaufgabe der Stadt, gehen wir nun davon aus, dass das Werkstattverfahren so ausgestaltet wird, dass auch schwer erreichbare Zielgruppen mit in den Planungsprozess einbezogen werden.

Wir freuen uns, dass die SPD-Ratsfraktion mit ihrem Änderungsantrag zur Vorlage der Verwaltung „Masterplanprojekt Frankenbad Auswahl eines externen Büros zur Durchführung eines Werkstattverfahrens im Vorlauf zur Erarbeitung eines Nachnutzungskonzeptes“ unser Anliegen aktiv unterstützt und damit nunmehr auch den Planungsprozess für ein Folgenutzungskonzept konstruktiv begleitet. Der Antrag der SPD macht Hoffnung, dass sich für die Vorlage eine breite Mehrheit im Rat finden wird, nachdem unseren Bürgerantrag auf Bürgerbeteiligung bislang nur von CDU, FDP und Grünen in der Bezirksvertretung Bonn unterstützt hatten.

V.i.S.d.P. Melanie Kirk-Mechtel, Hildegard Kinzel

Bürgerantrag der Frankenbadfreunde: Stellungnahme der Verwaltung ist enttäuschend – Verein hofft auf Unterstützung durch die BV Bonn

Deshalb hat der Verein einen ergänzenden Bürgerantrag eingereicht:

  1. Bürgerbeteiligung
    Aufnahme in die Vorhabenliste gemäß Leitlinien Bürgerbeteiligung mit Einschaltung des Beirats Bürgerbeteiligung sowie breite Beteiligung des Vereins und weiterer an einer Folgenutzung interessierter Akteure bereits bei der Erstellung des Beteiligungskonzepts.
  2. Lehrschwimmbecken
    Eine zeitnahe Prüfung, ob das Lehrschwimmbecken erhalten werden kann. Aus Sicht des Vereins ist dies für die gesamte Nordstadt von großer Bedeutung, v. a. für den Schwimmunterricht der benachbarten Grundschulen und zur wohnortnahen Deckung der steigenden Nachfrage nach gesundheitsfördernden Kursangeboten wie Wassergymnastik, Aquajogging etc.
  3. Dachsanierung
    Keine Ablehnung der dringend benötigten Dachsanierung ohne stichhaltige Gründe. Auch ohne Beschluss zur letztendlichen Folgenutzung muss das Baudenkmal Frankenbad so weit instandgehalten werden, dass nicht weitere Schäden eine spätere Sanierung unnötig verteuern.

Die Frankenbadfreunde hoffen, dass die Bezirksvertretung Bonn als örtliche Vertretung der Bürgerschaft die Einschätzung der Sachlage teilt und den Bürgerantrag mit großer Mehrheit unterstützen wird.

Wir freuen uns über alle, die unsere Ziele teilen und diesen Gewicht verleihen durch ihre Teilnahme an der öffentlichen Sitzung der BV Bonn!

Wann und wo? Mittwoch, 20. September, 17:00 Uhr, Stadthaus, Stadthauskantine

Informationen zur Sitzung gibt es auch im Bonner Rats- und Informations-System Bo-RIS: Bezirksvertretung Bonn, 20.09.2017, 17:00 Uhr