Zeitschiene Bürgergutachten Bäderkonzept zu ambitioniert; mehr Gründlichkeit statt Schnelligkeit

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V. begrüßen das mehrstufige Verfahren zur Neugestaltung der Bonner Bäderlandschaft. Seitens des Fördervereins bestehen jedoch erhebliche Zweifel, ob die vorgegebene Zeitschiene von nur einem halben Jahr zur Erarbeitung des neuen Bäderkonzepts eingehalten werden kann. Denn Zeitfenster für die notwendige Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen (Fachgutachten) sind in der vorgelegten Zeitschiene nicht eingeplant.

Nach zwei Bürgerentscheiden müssen endlich alle Fakten auf den Tisch. Belastbare und von den Bürgern nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen bilden eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz des neuen Bäderkonzepts.

Als Förderverein für das Baudenkmal Frankenbad setzen sich die Frankenbadfreunde dafür ein, dass alle in der Öffentlichkeit diskutierten Zukunftsvarianten für das Frankenbad (Erhaltung als Sportschwimmbad, Modernisierung zum Familienbad, Nachnutzung mit Erhalt des Lehrschwimmbeckens) in das Bürgergutachten einfließen und ihre Vor- und Nachteile sowie die jeweiligen Kosten ermittelt und gegenübergestellt werden.

Aufgrund des engen finanziellen Rahmens wird den Kosten ein weit größerer Stellenwert zukommen. Die Kostensteigerungen bei der Dachsanierung Frankenbad und bei der Sanierungsplanung für das Hardtbergbad (aktuell 20 Mio.) zeigen, dass pauschale Hochrechnungen veralteten Zahlenmaterials mit erheblichen Risiken verbunden und damit als Grundlage für das Bürgergutachten ungeeignet sind. Hier ist aktuelles Zahlenmaterial erforderlich. Zudem müssen für einzelne Teilaspekte, wie z. B. die Barrierefreiheit, erst noch Konzepte erarbeitet, mit den Denkmalbehörden abgestimmt und deren Kosten ermittelt werden. Das braucht alles seine Zeit!

Die Frankenbadfreunde werden den weiteren Planungs- und Entscheidungsprozess zur Zukunft des Frankenbads weiter kritisch-konstruktiv begleiten. Deshalb weisen wir bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf die noch zu erarbeitenden Entscheidungsgrundlagen mit der nachfolgenden Zusammenstellung zu den Kosten hin.

Kostenberechnung Frankenbad

    • 22 Mio. Grundsanierung Frankenbad bei Baubeginn 2019 (Angabe SGB)
    • + 2,0 Mio. bei Baubeginn 2022 nach Sanierung Hardtbergbad (Baukostensteigerung jährlich 3%)
    • + 6,6 Mio 30% Kostenabweichung bei Sanierungsprojekten (Erfahrungswert; Quelle SGB)

In den Kosten der Grundsanierung laut Gutachten vom Oktober 2017 nicht enthaltene bzw. zur Vertiefung empfohlene Kostenpositionen:

    • + ? Mio. Herrichten freiwerdender Gebäudekapazitäten für nachfolgende Nutzungen (1 Seitenflügel)
    • + ? Mio. Anpassung an zeitgemäßen Komfort; Modernisierung zum zeitgemäßen Familienbad
    • + ? Mio. Herstellung von Barrierefreiheit
    • + ? Mio. Brandschutzkonzept
    • + ? Mio. zerstörende Untersuchung der Bauteilquerschnitte (dringend empfohlen)
    • + ? Mio. Schadstoffgutachten
    • + ? Mio. Berücksichtigung Auflagen denkmalpflegerischer Bindungsplan

Die Erarbeitung verlässlicher Kostengrundlagen für die in der Kostenberechnung bisher nicht enthaltenen bzw. zur Vertiefung empfohlenen Kostenpositionen sind im Zuge eines auf ein halbes Jahr beschränkten Bürgerbeteiligungsprozesses nicht zu leisten.

Die Zukunft des Frankenbads ist offen. Die von den Initiativen „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ und „Kurfürstenbad bleibt“ sowie den Oppositionsparteien in der Vergangenheit vorgetragene Kritik, dass in die Entscheidungsfindung auch die Kosten für eine mögliche Nachnutzung (mit Erhalt des Lehrschwimmbeckens) einfließen müssten, wird geteilt. Deshalb setzen sich die Frankenbadfreunde auch weiterhin dafür ein, dass auf der Basis eines Nachnutzungskonzeptes auch die Kosten für eine nach wie vor mögliche Aufgabe der Schwimmnutzung ermittelt werden.

Vorstand der Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V.
Melanie Kirk-Mechtel, Hildegard Kinzel, Jürgen Baumann, Jost Vantroyen

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