Bürgerantrag: Bekräftigung der bisherigen Beschlüsse zur Bürgerbeteiligung für die Nachnutzung des Baudenkmals Frankenbad, Einbeziehung des Deutschen Museums in die Erarbeitung des Nachnutzungskonzepts und die Machbarkeitsstudie

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V. beantragen:

1. Der Beirat für Bürgerbeteiligung bekräftigt seinen Beschluss vom 17.11.2017 (1713166EB3) und die Zielsetzung, in den gesamten Planungsprozess sowohl für die Nachnutzung des denkmalgeschützten Frankenbades als auch des Platzes die interessierte Bürgerschaft möglichst frühzeitig einzubinden. Die Verwaltung wird gebeten, die Ergebnisse der mit Beschluss vom 17.11.2017 erteilten Arbeitsaufträge unter Einbeziehung „der Leitplanken für die Nachnutzung des Frankenbades“ dem Beirat zur Beratung für die nächste Sitzung vorzulegen. Dabei unterbreitet die Verwaltung einen Vorschlag, wie in dem Bürgerbeteiligungsverfahren die interessierte Öffentlichkeit bereits bei der Erarbeitung eines Nutzungskonzepts für das Frankenbad und der Machbarkeitsstudie eingebunden werden kann.

Der Bürgerantrag wird zusammen mit der Beschlussvorlage 1713166NV9 beraten.

2. In die Erarbeitung des Nachnutzungskonzepts und die Machbarkeitsstudie wird die Prüfung der Unterbringung des Deutschen Museums im Frankenbad mit einbezogen.

Die Beurteilungsmatrix für die Folgenutzungen wird um die Kriterien erweitert:

  • Ausbau der Bildungslandschaft im benachteiligten Bonner Norden,
  • Etablierung und Ausbau des Macke-Viertels zur zweiten „kleinen Museumsmeile“ entsprechend den Zielen des in einem breiten Dialogprozess erarbeiteten Kulturkonzepts.

Begründung:
zu 1:
Frankenbad und Platz bilden den zentralen Begegnungsort mit hoher Identifikationskraft für die Bewohner der gesamten Nordstadt. Die Beschränkung der Bürgerbeteiligung beim Bäderkonzept auf den organisierten Sport hat nach Wahrnehmung des Vereins zu einer Emotionalisierung der Diskussion und Polarisierung in der Bürgerschaft mit beigetragen. In einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung sieht der Verein die Chance, die Diskussion um die Nachnutzung des Frankenbades zu versachlichen und die Akzeptanz einer Nachnutzung als Ersatz für die entfallende Schwimmnutzung erheblich zu erhöhen.

Mit der Festlegung des Nutzungskonzepts und der Machbarkeitsstudie werden die entscheidenden Weichen für die Nachnutzung des Frankenbads gestellt. Der Verein bittet deshalb, die interessierte Bürgerschaft bereits bei diesen, den weiteren Planungsprozess entscheidend prägenden Planungsschritten angemessen zu beteiligen.

Mit der aktuellen Vorlage schlägt die Verwaltung vor (trotz der Aufnahme in die Vorhabenliste), die Bürgerbeteiligung wesentlich einzuschränken. Auf eine frühzeitige Bürgerbeteiligung bei der Festlegung des Nutzungskonzepts für die Folgenutzung soll verzichtet werden. Die Bürgerbeteiligung soll erst nach Fertigstellung der Machbarkeitsstudie mit dem „besonderen Fokus auf die Nutzung des Frankenbadvorplatzes unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Gesichtspunkte“ erfolgen. Ferner schlägt die Verwaltung vor, „dass die Beteiligungsformate sich überwiegend auf die Gestaltung des Frankenbadvorplatzes beziehen werden.“

Die Frankenbadfreunde begrüßen ausdrücklich die beauftragte Festlegung von Leitplanken für die Folgenutzungsplanung. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des neuen Schwimmbads soll eine umsetzungsfähige Hochbauplanung vorliegen, die die Aussagen des denkmalpflegerischen Bindungsplanes berücksichtigt. Dies dürfte auf Nutzungen im Bereich Sport und Kultur am ehesten zutreffen. Es kann jedoch nicht nachvollzogen werden, warum die Festlegung von Leitplanken eine Einschränkung der Bürgerbeteiligung zwingend zur Folge haben muss. Eine frühzeitige Bürger-beteiligung bei Nutzungskonzept / Machbarkeitsstudie trägt nach Einschätzung des Vereins auch wesentlich zur Befriedung der unterschiedlichen Interessenlagen bei.

Aufgrund der Dringlichkeitsvorlage war eine fristgerechte Einreichung des Bürgerantrags leider nicht möglich.

zu 2:
Laut Berichterstattung des General-Anzeigers beabsichtigt das Deutsche Museum seinen Standort zu verlagern. Mit dem Umbau des Baudenkmals Frankenbad zum Deutschen Museum würde ein herausragender Beitrag zur Verwirklichung der Ziele des Kulturkonzepts geleistet, das Macke-Viertel als „zweite kleine Museumsmeile“ weiter zu etablieren und auszubauen. Das Deutsche Museum als Technik-Museum für Jung und Alt könnte das zentrale Bindeglied zwischen dem neuen Publikumsmagneten August-Macke-Haus und dem Frauenmuseum bilden. Die Umwandlung des Frankenbades in ein attraktives neues Technikmuseum könnte im Kontext mit den bestehenden Kultureinrichtungen im Macke-Viertel zu einem Leuchtturmprojekt werden, das weit über die Stadtgrenzen ausstrahlt.

Ein Technik-Museum mit seinen Exponaten ist in besonderer Weise geeignet, die Anforderungen des denkmalpflegerischen Bindungsplanes zu erfüllen. Die Bädertechnik könnte (wie im Bindungsplan gefordert) in die Ausstellung gut integriert werden. Die Besuchertribüne könnte in ihrer Funktion im Rahmen von unterschiedlichen Bildungsveranstaltungen und Events erhalten bleiben. Eine inhaltliche Verknüpfung zwischen dem Technik-Museum und den benachbarten Ausstellungsorten für bildende Kunst könnte durch Kunstobjekte im öffentlichen Raum erfolgen, die naturwissenschaftliche Phänomene http://www.technorama.ch/ausstellung/park/ thematisieren.

Die Verlagerung des Deutschen Museums würde die Bildungslandschaft im gesamten Bonner Norden deutlich aufwerten, Kooperationen mit den vorhandenen Schulen und den Zugang zur Bildung auch für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Quartieren im Bonner Norden deutlich erleichtern.

Der Standort ist aufgrund seiner Nähe zum Verteilerkreis hervorragend an das überörtliche Straßennetz angebunden. Bushaltestellen in direkter Nachbarschaft sind vorhanden. Die Stadtbahnhaltestellen Bonn-West und Stadthaus liegen in geringer Entfernung.

Das Deutsche Museum wird wie die Kultureinrichtungen am August-Macke-Platz durch die Stadt gefördert. Laut Ausführungen der Verwaltung wäre gemäß Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008 „die Umnutzung dem Grunde nach förderfähig, sofern es sich um öffentlichen Zwecken dienende bauliche Anlagen und Einrichtungen handelt, die die soziale, kulturelle oder verwaltungsmäßige Betreuung der Bewohner des Gebiets gewährleistet.“

Die genannten Argumente rechtfertigen die Aufnahme des Deutschen Museums als kulturelle Einrichtung in die Untersuchungen zum Nutzungskonzept und in die Machbarkeitsstudie.

Dem Verein ist zu Ohren gekommen, dass es Überlegungen geben soll, ggf. das Deutsche Museum als Neubau neben dem Museum König zu errichten. Der dortige Neubau wäre nur mit erheblichen Eingriffen und einer teilweisen Zerstörung der unter Denkmalschutz stehenden Parkanlage des Museums König umsetzbar. Mit Widerständen aus der Bevölkerung wäre erfahrungsgemäß zu rechnen.

Die Verlagerung des Deutschen Museums in das Frankenbad würde nicht nur zur dauerhaften Erhaltung des Baudenkmals Frankenbad, sondern auch zur Vermeidung der Beeinträchtigung und teilweisen Zerstörung des Baudenkmals Museum König mit Parkanlage entscheidend beitragen.

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